ZOO wieso?

Der ZOO DER DIASPORA ist ein partizipatives Projekt, das im Rahmen der offenen Jugendarbeit des toj – Trägerverein für die offene Jugendarbeit der Stadt Bern entstanden ist. Die Hauptpersonen sind Jugendliche und junge Erwachsene aus Bern West. Mit dem Projekt wollen wir uns den vielschichtigen Zusammenhängen von Migrationsgeschichte, Arbeit, Identität, Verantwortung, Familie und Zugehörigkeit gemeinsam annähern.

Mit dem Bild des Zoos wollen wir auf ironische Weise auf die Aufbewahrung, Ausstellung und Exotisierung hinweisen, mit denen migrantische Jugendliche und ihre Familien in Bern West oftmals konfrontiert sind.

In einer Schreibwerkstatt sowie in Ateliers für Musik, Film, Fotografie und Gestaltung reflektieren die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen in der Diaspora. Mit vielfältigen Inputs sowie Bildungs- und Kulturreisen vertiefen wir diese Auseinandersetzung.

Ziel ist es, unterschiedliche Lebenswelten sichtbar zu machen, den jungen Menschen eine Stimme zu geben und sie darin zu stärken, diskriminierenden, trennenden und rassistischen Prozessen entgegenzuwirken. So fördert das Projekt Solidarität über kulturelle, sprachliche und religiöse Grenzen hinweg. Es ist ausdrücklich nicht unser Ziel, Tiere zu instrumentalisieren, Menschen als Tiere zu bezeichnen oder Menschen mit Tieren gleichzusetzen. Vielmehr hinterfragen wir gemeinsam mit den Jugendlichen, weshalb sie in der Gesellschaft unterschiedlich behandelt werden und warum sie sich teilweise wie Tiere in einem Zoo fühlen, die von aussen beobachtet und beurteilt werden. Unser ethischer Ansatz ist der Respekt vor allem Leben auf der Erde.

Die pädagogische und künstlerische Projektleitung liegt bei Azad Süsem, der sich im Rahmen des toj seit 20 Jahren mit den Lebenswelten der Jugendlichen in Bern West befasst und diese sichtbar macht. Daraus ist auch die Idee für den ZOO DER DIASPORA entstanden. Assistierend wirken Lauritz Mori als Jugendarbeiter und Thomas Krause als freischaffender Dramaturgie- und Multimediaberater.

Die Gesamtverantwortung für das Projekt liegt beim toj beziehungsweise bei der Stadt Bern.